Nikolaus – 1, also 5. des Monats. Alle schleppen sich durch den Dezember auf Weihnachten und Neujahr zu und Frau Brüllen will das ganz genau wissen und nennt das WsDDeddgT (Wie schleppst Du Dich eigentlich durch den ganzen Tag)
5:30 stehe ich auf, da ich eh schon eine Stunde rum gelegen und Probleme gewälzt habe (die übrigens im Tageslicht betrachtet dann doch nicht ganz so schlimm sind).
Ich schleppe mich in die Küche – Kaffeemaschine einschalten, dann ins Bad – bürotauglich herrichten, ins Arbeitszimmer – PC hochfahren, zurück in die Küche – Tee für den Nochschläfer vorbereiten und ihm bringen und meinen Kaffee ins Arbeitszimmer mitnehmen.
Ich logge mich in der Firma ein, erledige ein paar Dinge, frage einiges nach – es sieht ok aus oder besser gesagt, die Probleme sind nicht schlimmer geworden.
6:50 schleppe ich mich durch Schnee und Eis zu S-Bahn, ich sehe, dass es bei mir noch einen anderen Baum umgehauen hat, kann mich aber nicht kümmern, schau nur traurig.
Im Bahnhof in der Zielstadt verkauft einer früh immer Kaffee und hat immer laut Musik, es kommt „Thats the way, aha aha, I like it, aha aha …“. Das Lied bleibt natürlich in meinem Kopf, bis ich denke – hey, nocheinglasWein – das ist nicht the way i like it.
Dann komme ich im Büro an, erledige ein bisschen was, informiere einen Kollegen über die Probleme und wie wir vorgehen wollen. Ich rauche eine Zigarette, hole mir einen Kaffee und mache weiter.
Jemand geht rum und stellt 2 neue Mitarbeiter vor, ich versuche Gelassenheit und Freude am Job auszustrahlen. Klappt, faken kann ich.
9:30 habe ich ein Meeting mit dem neuen Hersteller, das soll jetzt wöchentlich stattfinden. Wir besprechen ein bisschen die aktuellen Probleme / Aufgaben.
Nun kümmere ich mich um das Hauptproblem. Alles muss sozusagen zurückgesetzt werden und dann bauen wir alles von Grund auf neu auf. Das braucht Zeit, viele Abteilungen / Personen sind beteiligt, es muss koordiniert werden und es braucht Haltepunkte im Aufbau, um zu kontrollieren, ob noch alles in Ordnung ist. Wird wohl in den Freitag (der eigentlich Feiertag ist) und das Wochenende reinlaufen. Ich bin not amused.
Zwischendurch kommen verschiedenste Leute vorbei und fragen was warum wer und wie. Den einzigen, den ich da vermisse, ist mein eigentlicher Teamleiter – kein Interesse wahrscheinlich.
Irgendwann bin ich mit der ganzen Planung fertig und widme mich mal einem ganz anderen Problem / Projekt / System, was auch schon lange auf der Matte steht und bearbeitet werden möchte.
Dazwischen aber immer andere Sachen / Kollegen – es ist schwierig, wenigstens mal 10 Minuten am Stück an einer Sache dran zu bleiben.
Natürlich stürzt jetzt noch was ab, wir starten neu – mal sehen, ob es morgen läuft.
16:00 kurz ein Meeting zur Planung der nächsten 1-2 Jahre, dann verlasse ich das Büro gegen 16:45 und schleppe mich nach Hause.
Dort wartet der immer noch kränkelnde Mitbewohner. Der beklagt jetzt seine schlechter werdenden Augen und so wird fix online ein Termin beim Augenarzt gebucht.
Vom Sonntag ist noch Bolognese da (ich hatte gleich mehr gekocht), die wärme ich auf und koche ein paar Spaghetti dazu. Der Erblindete bekommt noch Eis – das ist gut für den Hals und die Gesundheit wird mir erklärt.
Danach schleppe ich mich zur Couch und sehe eine neue Folge „Ein Mord am Ende der Welt“.
Jetzt poste ich das und dann gehe ich ins Bett. Hab ich mich erfolgreich durch den Tag geschleppt. Morgen ist Nikolaus, ich bin gespannt, ob da jemand meine Schuhe findet. Wobei, jetzt mit den Augenproblemen ….
Da hast du einen wahren Scheißtag hinter dir. *Handreich.*
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Gibt’s eben auch, irgendwann wird’s besser!
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Ganz bestimmt.
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„faken kann ich“ , kann echt von Nutzen sein!
Sonja
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😉😉
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Ein holpriger Tag, aber der Unterhaltungsfaktor für den Lesenden ist grandios. 😄 Ich musste sehr lachen bei dem gelungenen Versuch, Gelassenheit und Freude am Job auszustrahlen. Und zu deinem Mitbewohner: Da muss der Nikolausstiefel wohl größer werden, damit er ihn besser sieht. Win-win würde ich sagen. 😉
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Laut lach 🤣
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gute besserung, in so vielen dimensionen.
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Danke
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