Kleiderfrage

Heute ist Personalabend, das heisst alle Mitarbeiter werden in ein Hotel eingeladen, erst gibt es Weisswein, Wasser, O Saft und Chips bzw. Nüsschen. Nach einer angemessenen Rumsteh- / Anstoss-/Smalltalkzeit darf man sich setzen (Tische a 10 Personen). Es ist nicht unwichtig auf dem Weg zum Tisch darauf zu achten, neben wem man sich befindet, weil man mit dieser Person wahrscheinlich die nächsten 5 Stunden verbringt. Dann 3 Gänge, dazwischen Reden, kulturelle Einlagen, Ehrung der langjährigen MA mit Wein/Blume/Händedruck des Oberboss …

Das Ganze beginnt gleich nach Büroschluss, also habe ich mich schon mal in edlere Klamotten geworfen als sonst inkl. massiver goldener Armreif (vorbezogenes Erbstück meiner Mutter):

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Aber irgendwie irritiert mich, dass niemand im Büro was zu meinem Outfit sagt: Entweder sind die Sachen nicht edler als sonst, oder ich sehe sonst aus wie ein Glumpf und die aktuellen Klamotten verbessern das nicht. Hmmmpf.

Da werde ich heute Abend wohl mehrere Gläser Wein trinken.

Keine Namen

Eines von gefühlt 100 Meetings zur Planung des Rollouts des neuen Release in 2 Wochen. Der Ablaufplan mit aktuell 116 Punkten wird durchgegangen:

Person 1: Wer macht diesen Punkt?
Person 2: Jemand von meinem Team, Namen kann ich Dir noch nicht sagen.
Person 1: Ich brauch den Namen aber jetzt.
Person 2: Den Namen kriegst Du, wenn der Plan definitiv ist.
Person 1: Der Plan ist definitiv, wenn ich den Namen habe.

Schweigen, Blicke Duell zwischen den 2 Personen, unterdrücktes Kichern bei den anderen Anwesenden.

Ich denke, ich brauch heute Abend ein Glas Wein.

Kosten erhöhen

Heute habe ich einen Bericht gelesen über jemanden, der sich das Popeln – oder vornehmer – Nasenbohren abgewöhnen will und dazu zu einem Therapeuten gegangen ist (nachzulesen auf sueddeutsche.de)

Der gab ihm dazu einige Tipps – u.a. Kosten erhöhen.

Erst dachte ich, er soll für jedesmal wo sich der Finger verirrt 5 Euro sparen, so ala „Heiteres Beruferaten“ und „Finger rein, 5 Eu ins Schwein“, aber es war gemeint, dass er den Aufwand erhöhen soll. Also jedesmal, wenn er popeln möchte, soll er aufstehen, ins Bad gehen, Taschentuch nehmen, popeln, Händewaschen.

Also dass, was ich auch mache, wenn ich mal wieder weniger rauchen oder Wein trinken möchte. Dann lass ich die Flasche im Weinschrank und muss für jedes neue Glas aufstehen bzw. lass die Zigaretten im Mantel im Flur und muss dann eben für jede neue Fluppe aufstehen und in den dunklen kalten Flur raus. Ich habe das aber Aufwand erhöhen genannt, nicht Kosten. Denn wenn ich die Kosten hätte erhöhen wollte, würde ich vielleicht doch mal den etwas teueren Bordeaux oder Chablis oder hochwertigeren Roten aus dem Burgund kaufen und nicht nur die 2., eigentlich sogar 3. Liga verkosten (die, bitte nicht falsch verstehen, immer noch ziemlich gut ist, ich rede hier nach wie vor nicht von Supermarktweinen, wobei – das ist jetzt wirklich ein ganz anderes Thema und gar nicht so trivial und mit 2 Sätzen abgehandelt).

Während ich also überlege, ob Aufwand und Kosten wirklich das Gleiche sind und ob man immer diese Managersprache gebrauchen muss, giess ich mir erstmal noch ein Glas Wein ein. Aus der Flasche, die neben mir und nicht im Weinschrank steht – einfach aus Kostengründen, weil Sparen muss ja auch sein. Aber das ist auch schon wieder ein anderes Thema.

Das erste Glas

Das Wetter, das sich im Moment nicht entscheiden kann, ob es Frühling (letzten Mittwoch), Sommer (letztes Wochenende) oder Herbst (gestern und heute) sein möchte, macht es einem – zumindest im Frühling und Herbst (also nicht letztes Wochenende) leicht, sich für was Neues zu entscheiden. Einen Plan zu machen. Total kreativ zu sein. Irgendwas aufregendes, noch nie dagewesenes. Na klar – so wie treufelionen andere – einen Blog. Bloss was für einen Namen – weil der ist total wichtig, Themen werden überbewertet bzw. ergeben sich dann schon (hoffe ich zumindest).

Und weil mein Glas, mit dem ich im Regen (unter einem Dach) und Herbst (also gestern) auf der Terasse sass, leer war, sagte ich zu mir – Noch ein Glas Wein?
Tja – und so war der Name geboren und nun ist der erste Eintrag geschrieben und nun schau ich mal, wies weiter geht – mit dem Wetter, dem Wein, dem Blog.