Und das zu 2 Nebbiolo de Langhe und einem Barolo. Ich hoffe, sie haben es nicht gehört.
Wein
Glück im Pech
Manchmal bestelle ich bei irgendeinem Weingut Wein – entweder wurde das Gut oder ein einzelner Wein in einem anderen Blog / Wein-Zeitschrift / Prospekt erwähnt oder ich finde es beim durchblättern des jeweils aktuellen Gault Millau für Wein. Wenn ein Wein oder Weingut meine Aufmerksamkeit erregt, gehe ich auf die Webseite und stell mir ein Paket zusammen – so von allem 1 Flasche, von unten nach oben – Literflasche, 0.7l Flasche, Einzellage. Dabei hab ich manchmal Pech und manchmal Glück. Und diesmal Glück im Pech:
Wir wollten Wein von einem Winzer Leonhard, suchten im Internet, fanden eine Webseite, bestellten alles durch, wunderten uns kurz, dass es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab und nahmen statt dessen den Portugieser Weissherbst. Auch der gelbe Muskatteller hiess irgendwie anders – egal – bestellt, geliefert bekommen, gestern den ersten Wein probiert.
Bei der Hitze – Literwein (Kerner, Scheurebe, Portugieser Weissherbst). Immer nur ein Glas natürlich, nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Der Kerner sehr angenehm, die Fruchtigkeit/Süsse schön von der Säure abgefedert, die Scheurebe sehr aromatisch (erinnert in der Ferne an Traminer), der Weissherbst wie halt Weissherbst ist – fruchtig, leicht süss, aber eben doch lecker – vor allem bei eben dem heissen Wetter.
Und während wir nun nochmal überlegten, warum es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab – den wir doch eigentlich wollten – uuuups, da fiel es uns auf. Beim falschen Winzer bestellt. Heissen halt gleich (also die Winzer) – der eine aus Rheinhessen, der andere aus der Südpfalz. Wir haben jetzt Südpfalz. Das war Pech oder aber – da die 3 ersten Weine gut waren – Glück. Ich halt Euch auf den Laufenden! Sind ja noch 9 weitere Weine noch in der Timeline/Drinkline. Und später dann nochmal 12 aus Rheinhessen.
Wo landet der Wein
Am letzten Aprilwochenende war ich zum Weinmarkt in Müllheim. Dieser ist nur ein Nachmittag / Abend und gefühlt alle Weingüter der Umgebung stellen ihre, überwiegend neuen Weine vor. Besonders hübsch finde ich die Idee, dass jeweils die gleichen Weine (rebentechnisch gesehen) nebeneinander stehen und so
parallel, fast unbeeinflusst vom jeweiligen Weingut/Winzer, verkostet werden können. So bekommt man einen sehr schönen Überblick.
325 Weine wollten verkostet werden, so dass man / ich also regelmässig ausgespuckt habe. Und da ich – und vielleicht Ihr – schon immer mal wissen wolltet, wie es unter den „formschönen“ Spuckfässern aussieht – habe ich gewartet, bis die Aufräumarbeiten begannen und die 2 Bilder gemacht.
Damit ist nun auch das geklärt.
2 Personen (die Ferienwohnungbesitzerin und 1 Besucher des Weinmarktes) haben mir unabhängig voneinander das Weingut Engler aus Müllheim empfohlen, also bin ich am nächsten Tag dorthin. Interessanterweise war das auch der Gewinner des diesjährigen Gutedelcup, also hab ich da gleich mal eine Flasche mitgenommen. Die Weinkellermeisterin selber hat uns bedient und durch die Verkostung geführt, ich hab einiges mitgenommen und berichte später über die einzelnen Weine. Sehr nett fand ich aber auch den Nobling Sekt, der mich in der Nase total an Bratapfel erinnert hat (Frau Engler zeigte sich ob der Äusserung etwas irritiert). Da hab ich gleich eine Flasche für Abends gekauft und als sie mitbekommen hat, dass ich ihn an eben diesem Abend noch trinken will, hat sie mir gleich eine gekühlte Flasche gegeben. Kann sein, dass das normal ist – ich fand es jedenfalls sehr nett und aufmerksam.
Neronet
Neronet ist eine Rotweinsorte und Neuzüchtung / Kreuzung von (St. Laurent x Blauer Portugieser) x (Alicante Bouschet x Cabernet Sauvignon) – weitere Infos siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Neronet.
Christian Hessert vom Weingut Hessert in Horrweiler / Rheinhessen baut diesen seit 2003 auf einem kleinen Teil seiner Rebfläche aus. Die ersten Jahre war es wohl nix (zu sauer), seit einigen Jahren aber entsteht daraus ein ganz wunderbarer Wein.
Kennengelernt habe ich ihn (also den Wein, nicht den Winzer) durch Nero „H“ (die H Linie ist die Premium Linie des Weingutes). Auf Nachfrage per Mail beim Winzer, was das für ein Wein ist, bekam ich diese Antwort:
„Der Nero besteht zu fast 100% aus der ziemlich neuen und sehr unbekannten Rebsorte Neronet. [..] Wir haben uns [..] entschlossen den Wein nur in wirklich guten Jahren abzufüllen und dann in die „H“- Linie aufzunehmen. “
Und das war eine super Entscheidung. Seit langem habe ich keinen so schönen Rotwein getrunken. Eine fantastische Farbe – sehr dunkel.
Nase: Sehr schönes fruchtiges Aroma, dunkle Früchte – fast marmeladig, erinnert mich etwas an Primitivo, etwas Schokolade.
Am Gaumen: kräftig, fruchtig, schwer, wenig Tannin und leichte Säure verhindern, dass er zu fruchtig / süss / mastig daher kommt.
Abgang: Mittellang, sehr angenehm, etwas dunke Kirsche.
Kurzum – ein Wein, der zu nicht zu kräftigem Essen passt, aber auch sehr gut zum allein trinken. Ich bin begeistert und bestelle weitere Flaschen und hoffe, dass der Winzer das nächste Jahr wieder welchen herstellt – „nur in guten Jahren“
Auch die anderen Weine sind fantastisch – dazu kommt ein gesonderter Beitrag.
Beine
Am Wochenende, genauer am letzten Samstag, fand in Neustadt an der Weinstrasse die inbianco 2016 statt, eine zum 2. Mal stattfindende Veranstaltung zum Thema europäische Weissweine. Da ich eh der Fassnacht/dem Karneval/dem Fasching (der Leser suche sich hier bitte das für ihn passende Wort aus) entfliehen wollte, machte ich einen 4 Tage Trip in die Pfalz, genauer nach Hambach. Von dort dann am 3. Tag nach Neustadt zu besagter „Weinverkostung der grossen europäischen Weissweine“. Ca. 100 Winzer aus Frankreich, Italien, Österreich (der eine aus Slowenien war nicht erschienen – und auf den hatte ich mich doch so gefreut) und Deutschland warteten auf mich und den Mitfahrer. Vieles war interessant, weniges direkt mein Geschmack. Manche Winzer nur professionell, manche sehr gesprächig und nett. Am besten haben mir der Sauvignon Blanc – 2015 von Oliver Zeter und der Sancerre Blanc Côte de Marloup – 2014 von Domaine Bernard Fleuriet et Fils gefallen.
Das Highlight war allerdings verbaler Art – als der Mitfahrer, nach zugegeben einer grossen Menge verkosteteter Weine, den Blick schweifen lies und sagte: „Die haben wirklich schöne Beine hier.“
Ich hab da noch ein Glas Bein äh Wein getrunken.
Noch ein Glas Glühwein?
Ich habe 3 Wintermäntel. 2 sind knielang, einer geht bis fast zum Boden. Gestern auf dem Heimweg vom Büro (es war kalt und windig) ist mir ein entscheidender Nachteil aller 3 Mäntel aufgefallen. Also zunächst nur an dem, den ich gerade anhatte, ist ja nicht so, dass ich 3 Mäntel übereinander trage, wobei es die gefühlte Kälte nahegelegt hätte, aber schon rein figurtechnisch ist das Übereinandertragen von mehreren Mänteln nicht zu empfehlen – aber ich schweife ab. Der gerade getragene Mantel (und die anderen, das habe ich dann gleich zu Hause überprüft), haben Knöpfe, die nur bis ungefähr zum Bauchnabel gehen.
OK, ein kleines Stück weiter runter, aber nicht viel. Das fällt einem im Geschäft gar nicht so auf, da probt man vor dem Spiegel eher den dramatischen Auftritt, so mit offenem Mantel und wehenden Schössen – aber wenn draussen Wind ist, dann fällt es auf, weil es das Teil dann immer aufblässt und es dann ziemlich kalt wird. Davon abgesehen sieht es etwas blöd aus, die ganze Zeit den Mantel zu zuhalten. Das muss ich beim nächsten Mantelkauf unbedingt beachten, also die Länge der Knopfleiste – Gürtel sind zwar schick, tragen aber hier zur Problemlösung auch nichts bei.
Jedenfalls – um jetzt geschickt den Bogen zu schlagen, hatte ich echt mal Appetit auf ein Glas Glühwein, so kalt wurde mir. Am liebsten den Winzerglühwein, den es in einer Heimatstadt immer auf dem (bis 24.12.) Weihnachtsmarkt und danach (ab 25.12. bis irgendwann im neuen Jahr) Wintermarkt gibt.
Naja, zu Hause hatte ich keinen, ein Tee hats dann auch gebracht.
Acolon
Am letzten Wochenende war ich ja in Hohentengen. In der Nähe gibt es einige Baumärkte mit einer, zu meinem Leidwesen, grossen Grillabteilung und – welch Zufall – noch ein Grillcenter. Da der Mitreisende im Moment unbedingt einen Gasgrill will, musste ich von Grill zu Grill – sagen wir ruhig, wie es ist – latschen und mir jeweils die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle anhören. Man glaubt gar nicht, wieviele Grille es gibt – zig Hersteller und jeder nochmal zig Modelle und alle gleich langweilig (also das aus meiner Sicht jetzt, gell). Zwischendurch schrie ich nach Pause und um mich bei Laune zu halten lud mich der Mitreisende in eine Art Bar ein, da gab es Bier, Cocktails und – immerhin – 2 offene Rotweine. Der eine wurde unter „Mangel Acolon“ geführt und da ich den nicht kannte, habe ich ein Glas bestellt.
Die Farbe war sehr dunkelviolett, die Nase etwas schwach – vielleicht ganz wenig Holz, nichts besonderes. Dann nahm ich den ersten Schluck und war total überrascht. Ich hatte das Gefühl, Kirschsaft zu trinken. Hinten etwas Säure, wenig Gerbstoffe, kaum Tannin. Einfach nur Kirschsaft. Für Nachmittag war das sehr lecker und nett.
Ich hab mich jetzt mal informiert – Acolon ist eine Neuzüchtung, die erst seit 2002 in Deutschland die Sortenzulassung hat, und ist eine Kreuzung aus Lemberger und Dornfelder.
Bei meine Recherchen im Internet stellt ich fest, dass Mangel wohl der Name des Weingutes ist, wo das von mir getrunkene Glas herkommt, und die meisten Leute den Wein nicht mögen. Also ich fand ihn lecker, so zwischendurch. Wenn ich ihn mal irgendwo wieder sehe, trinke ich noch ein Glas!
Weingut Engelhof, Hochrhein
Am Wochenende war ich in Hohentengen am Hochrhein. Dort befindet sich, nur wenige Kilometer vom Rheinfall von Schaffhausen das südlichste Weingut Deutschlands.
Es verfügt über 2 Einzellagen: Hohentengener Oelberg und Erzinger Kapellenberg. Die Weinberge der einen Lage liegen direkt an der Hauptstrasse L161 von Hohentengen am Hochrhein Richtung Küssarberg an einem Südhang und blicken auf den Rhein und über ihn hinweg in die Schweiz. Mitten in den ca 20 ha liegt das Weingut, was für einen kurzen Arbeitsweg der Mitarbeiter und einen kurzen Transportweg der Trauben spricht – freuen sich sicher beide darüber.
Die Weine werden nicht chemisch entsäuert, sondern über malolaktische Gärung (2. Gärung, die säureabbau zur Folge hat, Abbau der Apfelsäure durch Milchsäurebaketerien zu einer schwächeren Form der Milchsäure ), sprich – biologischer Säureabbau.
Ich habe einige Weine verkostet, allerdings nicht direkt beim Winzer, sondern in Restaurants bzw. mit Käufen aus dem Supermarkt – beide sind gut bestückt, was die Weine vom Weingut Engelhof angeht.
Getrunken habe ich Gutedel, Müller Thurgau / Rivaner, Grauburgunder, Weissherbst und Spätburgunder.
Insgesamt sind mir die Weine zu feinfruchtig, mit Betonung auf fein (also zu wenig), und zu trocken und säurebetont. Auch fehlte mir ein bisschen die Spritzigkeit, die ich z.b. sonst am Grauburgunder schätze. Sehr ausgewogen war allerdings der Spätburgunder.
Am besten hat mir der Weissherbst gefallen (interessante Farbe, spezieller Geschmack), der Mitreisende schwört auf den Spätburgunder.
Noch eine Tasche Wein?
Letzte Woche war ich in Norwegen, genauer Oslo, um einen sehr betagten (91), aber sehr rüstigen und weintrinkfreudigen Verwandten zu besuchen. Nun sind die Weinpreise in den skandinavischen Ländern ja unverschämt hoch, aber um einem Herzinfarkt vorzubeugen (da sollen ja 1 – 2 Glas Rotwein täglich helfen) ist einem nichts zu teuer. Und nichts zu weit – in Schweden sind die Preis etwas günstiger und auch der Kurs besser. Also machten wir uns auf den Weg nach Schweden (ca. 1 h Autofahrt) und in das dortige Wein / Alkoholgeschäft.
Und was erblickten meine überaus entzückten Augen: Ein Tetrapäckchen (2,5l) Wein, aufgemacht als Handtasche. Eine Weinhandtasche! WEINHANDTASCHE!!
Recht geschmackvoll (ok, Leoprint ist nicht jedermanns Sache), gut am Tage, aber auch abends zu tragen
Über den Inhalt kann ich nichts sagen, habe mich stattdessen für Cabernet Sauvignon / Carménère und Vinho Verde entschieden, die kamen dann aber ganz klassisch als Flasche bzw. „normaler“ Tetrapack daher.



