You wanted it darker – so they killed the flame.

Als ich ungefähr 18 war hörte ich die Kassette „Greatest Hits“ von Leonhard Cohen hoch und runter. Wer, wie ich, aus dem Osten kommt, weiss, was es bedeutete, überhaupt so eine Kassette zu haben. Ewig konnte man die nicht hören, da sie dann anfingen zu leiern. Man musste haushalten oder rechtzeitig überspielen, aber Kassetten selber waren teuer (und ich eine arme Studentin).

Als ich 23 war, lernte ich mit Anke und Kata für die Prüfungen und wir hörten dabei die Platte „I’m Your Man“, vor allem „First we take Manhattan, then wie take Berlin“. Berlin war für uns die grosse weite Welt, Manhattan nur ein Wort.

Nach der Wende konnte ich dann auch die Bücher kaufen – und letztlich alle CDs / Platten.

Jahre später arbeitete und wohnte Anke in New York und zwar mitten in Manhattan, ich besuchte sie, kaufte die CD nochmal und hörte sie, am Fenster sitzend, über Manhattan schauend und konnte es nicht fassen.

Leider tourte er nicht mehr und ich hatte Angst, ihn nie live sehen zu können. Dann doch die grosse Tour (ein Glück, dass es diebische Agentinnen gibt) und ich fuhr nach Oberhausen – zu dem grossartigsten und berührensten Konzert, was ich in meinem ganzen Leben besuchen durfte!!

Kai, mein Onkel und Freund aus Norwegen, schenkte mir eine CD mit norwegischen Interpreten, die Cohen Lieder auf norwegisch sangen. Das fand ich  sehr schön (die CD) und sehr aufmerksam von Kai (das Geschenk).

Letzten Sonntag hörte ich die neue CD, ich bekam, wie immer, Gänsehaut und wurde, wie schon bei der vorletzten CD, traurig.

Wer mich kennt, weiss, dass ich eher der lustige, optimistische Typ bin, manchmal wütend oder bockig, aber sehr selten traurig. Heute bin ich sehr sehr traurig, dankbar auch, aber eigentlich nur sehr sehr traurig.

Danke, Leonhard Cohen, für die vielen schönen Momente!

It started with a kiss von Hot Chocolate

Nun ja, ich sass zwar in der letzten Reihe und er, der Austauschschüler aus Amerika, eine Bank neben mir, aber wir haben uns nicht sofort geküsst, wir haben uns nur immer wieder angesehen. Erst viel später haben wir uns geküsst, hinter dem Schuppen auf dem Schulhof.

Als er mir dann dieses Lied schenkte und vorspielte, sagt ich – it started with a blick – ich konnte nicht so gut englisch und so passte es von Klang und Rhythmus ja immer noch. Und ich wollte nicht, dass alle denken, dass ich auf der letzten Bank nur rumknutsche.

Aber nein – es sollte „kiss“ sein. Das wollte ich aber nicht und wir stritten uns tagelang und so – it ended without a kiss.

Und – doch – ich erinnere mich!

Das perfekte Teil

Heute hat mein Oberboss was zu mir gesagt und ich hatte die perfekte Antwort darauf – konnte ich aber nicht sagen, weil Job und Boss und so. Aber sie war perfekt, die Antwort – deswegen hier – ganz kurz:

OB: Ich hab nen neuen Job für Dich, der ist Dir wie auf den Leib geschnitten.
Ich: Auf das perfekte Teil?

Leerzählung

Ich fahr jeden Morgen mit dem Bus zum Bahnhof und dann mit der S-Bahn ins Büro. Im Bus und der S-Bahn sind ca. 99% Pendler, wer sonst würde auch in der Herrgottsfrühe mit dem ÖV fahren.
Heute beobachtete ich den Busfahrer, wie er bei jedem Ein-/Aussteigenden einen Strich in einer Liste machte. Waren nicht viele, die ein- und ausstiegen (ca. 3 Hanseln insgesamt), sind ja Ferien.

Wie darf ich mir das also vorstellen. Sitzen da Kadermitarbeiter im Anzug im klimatisierten Sitzungszimmer und der Eine dann so: Wir müssten mal wieder eine Zählung zum Passagieraufkommen machen und der Andere dann so: Au ja, machen wir das im August, da sind Ferien und weniger Pendler unterwegs, da haben die Busfahrer mehr Zeit für so was? So ungefähr?

Ganz schön clever.

Glück im Pech

Manchmal bestelle ich bei irgendeinem Weingut Wein – entweder wurde das Gut oder ein einzelner Wein in einem anderen Blog / Wein-Zeitschrift / Prospekt erwähnt oder ich finde es beim durchblättern des jeweils aktuellen Gault Millau für Wein. Wenn ein Wein oder Weingut meine Aufmerksamkeit erregt, gehe ich auf die Webseite und stell mir ein Paket zusammen – so von allem 1 Flasche, von unten nach oben – Literflasche, 0.7l Flasche, Einzellage. Dabei hab ich manchmal Pech und manchmal Glück. Und diesmal Glück im Pech:
Wir wollten Wein von einem Winzer Leonhard, suchten im Internet, fanden eine Webseite, bestellten alles durch, wunderten uns kurz, dass es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab und nahmen statt dessen den Portugieser Weissherbst. Auch der gelbe Muskatteller hiess irgendwie anders – egal – bestellt, geliefert bekommen, gestern den ersten Wein probiert.
Bei der Hitze – Literwein (Kerner, Scheurebe, Portugieser Weissherbst). Immer nur ein Glas natürlich, nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Der Kerner sehr angenehm, die Fruchtigkeit/Süsse schön von der Säure abgefedert, die Scheurebe sehr aromatisch (erinnert in der Ferne an Traminer), der Weissherbst wie halt Weissherbst ist – fruchtig, leicht süss, aber eben doch lecker – vor allem bei eben dem heissen Wetter.
Und während wir nun nochmal überlegten, warum es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab – den wir doch eigentlich wollten – uuuups, da fiel es uns auf. Beim falschen Winzer bestellt. Heissen halt gleich (also die Winzer) – der eine aus Rheinhessen, der andere aus der Südpfalz. Wir haben jetzt Südpfalz. Das war Pech oder aber – da die 3 ersten Weine gut waren – Glück. Ich halt Euch auf den Laufenden! Sind ja noch 9 weitere Weine noch in der Timeline/Drinkline. Und später dann nochmal 12 aus Rheinhessen.

Wo landet der Wein

Am letzten Aprilwochenende war ich zum Weinmarkt in Müllheim. Dieser ist nur ein Nachmittag / Abend und gefühlt alle Weingüter der Umgebung stellen ihre, überwiegend neuen Weine vor. Besonders hübsch finde ich die Idee, dass jeweils die gleichen Weine (rebentechnisch gesehen) nebeneinander stehen und so
parallel, fast unbeeinflusst vom jeweiligen Weingut/Winzer, verkostet werden können. So bekommt man einen sehr schönen Überblick.
325 Weine wollten verkostet werden, so dass man / ich also regelmässig ausgespuckt habe. Und da ich – und vielleicht Ihr – schon immer mal wissen wolltet, wie es unter den „formschönen“ Spuckfässern aussieht – habe ich gewartet, bis die Aufräumarbeiten begannen und die 2 Bilder gemacht.

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Damit ist nun auch das geklärt.

2 Personen (die Ferienwohnungbesitzerin und 1 Besucher des Weinmarktes) haben mir unabhängig voneinander das Weingut Engler aus Müllheim empfohlen, also bin ich am nächsten Tag dorthin. Interessanterweise war das auch der Gewinner des diesjährigen Gutedelcup, also hab ich da gleich mal eine Flasche mitgenommen. Die Weinkellermeisterin selber hat uns bedient und durch die Verkostung geführt, ich hab einiges mitgenommen und berichte später über die einzelnen Weine. Sehr nett fand ich aber auch den Nobling Sekt, der mich in der Nase total an Bratapfel erinnert hat (Frau Engler zeigte sich ob der Äusserung etwas irritiert). Da hab ich gleich eine Flasche für Abends gekauft und als sie mitbekommen hat, dass ich ihn an eben diesem Abend noch trinken will, hat sie mir gleich eine gekühlte Flasche gegeben. Kann sein, dass das normal ist – ich fand es jedenfalls sehr nett und aufmerksam.