Das perfekte Teil

Heute hat mein Oberboss was zu mir gesagt und ich hatte die perfekte Antwort darauf – konnte ich aber nicht sagen, weil Job und Boss und so. Aber sie war perfekt, die Antwort – deswegen hier – ganz kurz:

OB: Ich hab nen neuen Job für Dich, der ist Dir wie auf den Leib geschnitten.
Ich: Auf das perfekte Teil?

Leerzählung

Ich fahr jeden Morgen mit dem Bus zum Bahnhof und dann mit der S-Bahn ins Büro. Im Bus und der S-Bahn sind ca. 99% Pendler, wer sonst würde auch in der Herrgottsfrühe mit dem ÖV fahren.
Heute beobachtete ich den Busfahrer, wie er bei jedem Ein-/Aussteigenden einen Strich in einer Liste machte. Waren nicht viele, die ein- und ausstiegen (ca. 3 Hanseln insgesamt), sind ja Ferien.

Wie darf ich mir das also vorstellen. Sitzen da Kadermitarbeiter im Anzug im klimatisierten Sitzungszimmer und der Eine dann so: Wir müssten mal wieder eine Zählung zum Passagieraufkommen machen und der Andere dann so: Au ja, machen wir das im August, da sind Ferien und weniger Pendler unterwegs, da haben die Busfahrer mehr Zeit für so was? So ungefähr?

Ganz schön clever.

Glück im Pech

Manchmal bestelle ich bei irgendeinem Weingut Wein – entweder wurde das Gut oder ein einzelner Wein in einem anderen Blog / Wein-Zeitschrift / Prospekt erwähnt oder ich finde es beim durchblättern des jeweils aktuellen Gault Millau für Wein. Wenn ein Wein oder Weingut meine Aufmerksamkeit erregt, gehe ich auf die Webseite und stell mir ein Paket zusammen – so von allem 1 Flasche, von unten nach oben – Literflasche, 0.7l Flasche, Einzellage. Dabei hab ich manchmal Pech und manchmal Glück. Und diesmal Glück im Pech:
Wir wollten Wein von einem Winzer Leonhard, suchten im Internet, fanden eine Webseite, bestellten alles durch, wunderten uns kurz, dass es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab und nahmen statt dessen den Portugieser Weissherbst. Auch der gelbe Muskatteller hiess irgendwie anders – egal – bestellt, geliefert bekommen, gestern den ersten Wein probiert.
Bei der Hitze – Literwein (Kerner, Scheurebe, Portugieser Weissherbst). Immer nur ein Glas natürlich, nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Der Kerner sehr angenehm, die Fruchtigkeit/Süsse schön von der Säure abgefedert, die Scheurebe sehr aromatisch (erinnert in der Ferne an Traminer), der Weissherbst wie halt Weissherbst ist – fruchtig, leicht süss, aber eben doch lecker – vor allem bei eben dem heissen Wetter.
Und während wir nun nochmal überlegten, warum es den Pinot Noir Weissherbst nicht gab – den wir doch eigentlich wollten – uuuups, da fiel es uns auf. Beim falschen Winzer bestellt. Heissen halt gleich (also die Winzer) – der eine aus Rheinhessen, der andere aus der Südpfalz. Wir haben jetzt Südpfalz. Das war Pech oder aber – da die 3 ersten Weine gut waren – Glück. Ich halt Euch auf den Laufenden! Sind ja noch 9 weitere Weine noch in der Timeline/Drinkline. Und später dann nochmal 12 aus Rheinhessen.

Wo landet der Wein

Am letzten Aprilwochenende war ich zum Weinmarkt in Müllheim. Dieser ist nur ein Nachmittag / Abend und gefühlt alle Weingüter der Umgebung stellen ihre, überwiegend neuen Weine vor. Besonders hübsch finde ich die Idee, dass jeweils die gleichen Weine (rebentechnisch gesehen) nebeneinander stehen und so
parallel, fast unbeeinflusst vom jeweiligen Weingut/Winzer, verkostet werden können. So bekommt man einen sehr schönen Überblick.
325 Weine wollten verkostet werden, so dass man / ich also regelmässig ausgespuckt habe. Und da ich – und vielleicht Ihr – schon immer mal wissen wolltet, wie es unter den „formschönen“ Spuckfässern aussieht – habe ich gewartet, bis die Aufräumarbeiten begannen und die 2 Bilder gemacht.

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Damit ist nun auch das geklärt.

2 Personen (die Ferienwohnungbesitzerin und 1 Besucher des Weinmarktes) haben mir unabhängig voneinander das Weingut Engler aus Müllheim empfohlen, also bin ich am nächsten Tag dorthin. Interessanterweise war das auch der Gewinner des diesjährigen Gutedelcup, also hab ich da gleich mal eine Flasche mitgenommen. Die Weinkellermeisterin selber hat uns bedient und durch die Verkostung geführt, ich hab einiges mitgenommen und berichte später über die einzelnen Weine. Sehr nett fand ich aber auch den Nobling Sekt, der mich in der Nase total an Bratapfel erinnert hat (Frau Engler zeigte sich ob der Äusserung etwas irritiert). Da hab ich gleich eine Flasche für Abends gekauft und als sie mitbekommen hat, dass ich ihn an eben diesem Abend noch trinken will, hat sie mir gleich eine gekühlte Flasche gegeben. Kann sein, dass das normal ist – ich fand es jedenfalls sehr nett und aufmerksam.

Passt doch

Eine Studie der Harvard University zusammen mit der University of East Anglia (UEA) in Norwich hat herausgefunden, dass Früchte mit Flavonoiden gegen Gewichtszunahme helfen könnten. Flavonoide sind natürliche Pflanzenstoffe und kommen in den unterschiedlichsten Nahrungsmitteln vor, darunter Schokolade und Wein.

Neronet

Neronet ist eine Rotweinsorte und Neuzüchtung / Kreuzung von (St. Laurent x Blauer Portugieser) x (Alicante Bouschet x Cabernet Sauvignon) – weitere Infos siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Neronet.
Christian Hessert vom Weingut Hessert in Horrweiler / Rheinhessen baut diesen seit 2003 auf einem kleinen Teil seiner Rebfläche aus. Die ersten Jahre war es wohl nix (zu sauer), seit einigen Jahren aber entsteht daraus ein ganz wunderbarer Wein.

Kennengelernt habe ich ihn (also den Wein, nicht den Winzer) durch Nero „H“ (die H Linie ist die Premium Linie des Weingutes). Auf Nachfrage per Mail beim Winzer, was das für ein Wein ist, bekam ich diese Antwort:
„Der Nero besteht zu fast 100% aus der ziemlich neuen und sehr unbekannten Rebsorte Neronet. [..] Wir haben uns [..] entschlossen den Wein nur in wirklich guten Jahren abzufüllen und dann in die „H“- Linie aufzunehmen. “

Und das war eine super Entscheidung. Seit langem habe ich keinen so schönen Rotwein getrunken. Eine fantastische Farbe – sehr dunkel.

Nase: Sehr schönes fruchtiges Aroma, dunkle Früchte – fast marmeladig, erinnert mich etwas an Primitivo, etwas Schokolade.
Am Gaumen: kräftig, fruchtig, schwer, wenig Tannin und leichte Säure verhindern, dass er zu fruchtig / süss / mastig daher kommt.
Abgang: Mittellang, sehr angenehm, etwas dunke Kirsche.

Kurzum – ein Wein, der zu nicht zu kräftigem Essen passt, aber auch sehr gut zum allein trinken. Ich bin begeistert und bestelle weitere Flaschen und hoffe, dass der Winzer das nächste Jahr wieder welchen herstellt – „nur in guten Jahren“

Auch die anderen Weine sind fantastisch – dazu kommt ein gesonderter Beitrag.