Kochen mit Wein I

Wir so am Kochen und im Rezept steht – 200 ml Wein. Aktuell haben wir gerade 3 Weine, die sich anbieten. Ich so – welchen nehmen wir? Der Mitkocher so:
Wir probieren einfach alle 3 und welcher am besten schmeckt, den nehmen wir nicht.

Schade

Paul Ekman, der übrigens am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich, ist ein US-amerikanischer Anthropologe und Psychologe und unterscheidet sieben Basisemotionen: Überraschung, Verachtung, Freude, Traurigkeit, Wut, Ekel und Angst.
Da sind nur 1,5 „gute“ dabei und das nur, wenn ich der Überraschung eine 0.5 gebe. Schon traurig, dass wir nur zu einer positiven Emotion fähig sind.

Sign Your Name von Terence Trent D’Arby

Es war Mitte der 80er in einer Stadt im Osten. Ich arbeitete in einem Tattoo Studio, damals noch revolutionär. Erst kochte ich nur Kaffee oder brachte ein Bier (manchmal was stärkeres und manchmal, gar nicht so selten, ein Tempo – aber gut, andere Geschichte). Später durfte ich auch selber stechen. Beliebt waren meine Buchstaben.
Und dann war da dieser Typ, dunkel, lange Haare. Kam jeden Tag, blätterte stundenlang in den Katalogen, sprach nie ein Wort und starrte mich an. War schon unheimlich. Eines Tages dann kam er direkt auf mich zu, legte einen Packen Geld auf den Tresen und sagte: Sign your Name across my heart. Da bin ich weg dort, das war mir zu hart.

1-2 Jahre später hörte ich den Song, sah den Sänger und konnte kein Tattoo erkennen. War mir trotzdem alles zu strange.

Wein habe ich damals noch nicht getrunken, eher Whisky – auch andere Geschichte.

Beine

Am Wochenende, genauer am letzten Samstag, fand in Neustadt an der Weinstrasse die inbianco 2016 statt, eine zum 2. Mal stattfindende Veranstaltung zum Thema europäische Weissweine. Da ich eh der Fassnacht/dem Karneval/dem Fasching (der Leser suche sich hier bitte das für ihn passende Wort aus) entfliehen wollte, machte ich einen 4 Tage Trip in die Pfalz, genauer nach Hambach. Von dort dann am 3. Tag nach Neustadt zu besagter „Weinverkostung der grossen europäischen Weissweine“. Ca. 100 Winzer aus Frankreich, Italien, Österreich (der eine aus Slowenien war nicht erschienen – und auf den hatte ich mich doch so gefreut) und Deutschland warteten auf mich und den Mitfahrer. Vieles war interessant, weniges direkt mein Geschmack. Manche Winzer nur professionell, manche sehr gesprächig und nett. Am besten haben mir der Sauvignon Blanc – 2015 von Oliver Zeter und der Sancerre Blanc Côte de Marloup – 2014 von Domaine Bernard Fleuriet et Fils gefallen.

Das Highlight war allerdings verbaler Art – als der Mitfahrer, nach zugegeben einer grossen Menge verkosteteter Weine, den Blick schweifen lies und sagte: „Die haben wirklich schöne Beine hier.“

Ich hab da noch ein Glas Bein äh Wein getrunken.

Schneeworte

Unser Bürogebäude hat eine Dachterrasse und zwar, so wie Dachterrassen im allgemeinen sind, nicht überdacht. Da es die ganze Zeit schneit, liegt jetzt dort Schnee. Und jemand (oder einige) hat HELP in den Schnee getrampelt. Das ist lustig! Hilft wahrscheinlich nicht, hat mich aber zum lächeln gebracht. Also doch geholfen.

20160120_130412

Kleiderfrage

Heute ist Personalabend, das heisst alle Mitarbeiter werden in ein Hotel eingeladen, erst gibt es Weisswein, Wasser, O Saft und Chips bzw. Nüsschen. Nach einer angemessenen Rumsteh- / Anstoss-/Smalltalkzeit darf man sich setzen (Tische a 10 Personen). Es ist nicht unwichtig auf dem Weg zum Tisch darauf zu achten, neben wem man sich befindet, weil man mit dieser Person wahrscheinlich die nächsten 5 Stunden verbringt. Dann 3 Gänge, dazwischen Reden, kulturelle Einlagen, Ehrung der langjährigen MA mit Wein/Blume/Händedruck des Oberboss …

Das Ganze beginnt gleich nach Büroschluss, also habe ich mich schon mal in edlere Klamotten geworfen als sonst inkl. massiver goldener Armreif (vorbezogenes Erbstück meiner Mutter):

20160115_101129

Aber irgendwie irritiert mich, dass niemand im Büro was zu meinem Outfit sagt: Entweder sind die Sachen nicht edler als sonst, oder ich sehe sonst aus wie ein Glumpf und die aktuellen Klamotten verbessern das nicht. Hmmmpf.

Da werde ich heute Abend wohl mehrere Gläser Wein trinken.

Keine Namen

Eines von gefühlt 100 Meetings zur Planung des Rollouts des neuen Release in 2 Wochen. Der Ablaufplan mit aktuell 116 Punkten wird durchgegangen:

Person 1: Wer macht diesen Punkt?
Person 2: Jemand von meinem Team, Namen kann ich Dir noch nicht sagen.
Person 1: Ich brauch den Namen aber jetzt.
Person 2: Den Namen kriegst Du, wenn der Plan definitiv ist.
Person 1: Der Plan ist definitiv, wenn ich den Namen habe.

Schweigen, Blicke Duell zwischen den 2 Personen, unterdrücktes Kichern bei den anderen Anwesenden.

Ich denke, ich brauch heute Abend ein Glas Wein.

Noch ein Glas Glühwein?

Ich habe 3 Wintermäntel. 2 sind knielang, einer geht bis fast zum Boden. Gestern auf dem Heimweg vom Büro (es war kalt und windig) ist mir ein entscheidender Nachteil aller 3 Mäntel aufgefallen. Also zunächst nur an dem, den ich gerade anhatte, ist ja nicht so, dass ich 3 Mäntel übereinander trage, wobei es die gefühlte Kälte nahegelegt hätte, aber schon rein figurtechnisch ist das Übereinandertragen von mehreren Mänteln nicht zu empfehlen – aber ich schweife ab. Der gerade getragene Mantel (und die anderen, das habe ich dann gleich zu Hause überprüft), haben Knöpfe, die nur bis ungefähr zum Bauchnabel gehen.
OK, ein kleines Stück weiter runter, aber nicht viel. Das fällt einem im Geschäft gar nicht so auf, da probt man vor dem Spiegel eher den dramatischen Auftritt, so mit offenem Mantel und wehenden Schössen – aber wenn draussen Wind ist, dann fällt es auf, weil es das Teil dann immer aufblässt und es dann ziemlich kalt wird. Davon abgesehen sieht es etwas blöd aus, die ganze Zeit den Mantel zu zuhalten. Das muss ich beim nächsten Mantelkauf unbedingt beachten, also die Länge der Knopfleiste – Gürtel sind zwar schick, tragen aber hier zur Problemlösung auch nichts bei.

Jedenfalls – um jetzt geschickt den Bogen zu schlagen, hatte ich echt mal Appetit auf ein Glas Glühwein, so kalt wurde mir. Am liebsten den Winzerglühwein, den es in einer Heimatstadt immer auf dem (bis 24.12.) Weihnachtsmarkt und danach (ab 25.12. bis irgendwann im neuen Jahr) Wintermarkt gibt.

Naja, zu Hause hatte ich keinen, ein Tee hats dann auch gebracht.