Keine Namen

Eines von gefühlt 100 Meetings zur Planung des Rollouts des neuen Release in 2 Wochen. Der Ablaufplan mit aktuell 116 Punkten wird durchgegangen:

Person 1: Wer macht diesen Punkt?
Person 2: Jemand von meinem Team, Namen kann ich Dir noch nicht sagen.
Person 1: Ich brauch den Namen aber jetzt.
Person 2: Den Namen kriegst Du, wenn der Plan definitiv ist.
Person 1: Der Plan ist definitiv, wenn ich den Namen habe.

Schweigen, Blicke Duell zwischen den 2 Personen, unterdrücktes Kichern bei den anderen Anwesenden.

Ich denke, ich brauch heute Abend ein Glas Wein.

Noch ein Glas Glühwein?

Ich habe 3 Wintermäntel. 2 sind knielang, einer geht bis fast zum Boden. Gestern auf dem Heimweg vom Büro (es war kalt und windig) ist mir ein entscheidender Nachteil aller 3 Mäntel aufgefallen. Also zunächst nur an dem, den ich gerade anhatte, ist ja nicht so, dass ich 3 Mäntel übereinander trage, wobei es die gefühlte Kälte nahegelegt hätte, aber schon rein figurtechnisch ist das Übereinandertragen von mehreren Mänteln nicht zu empfehlen – aber ich schweife ab. Der gerade getragene Mantel (und die anderen, das habe ich dann gleich zu Hause überprüft), haben Knöpfe, die nur bis ungefähr zum Bauchnabel gehen.
OK, ein kleines Stück weiter runter, aber nicht viel. Das fällt einem im Geschäft gar nicht so auf, da probt man vor dem Spiegel eher den dramatischen Auftritt, so mit offenem Mantel und wehenden Schössen – aber wenn draussen Wind ist, dann fällt es auf, weil es das Teil dann immer aufblässt und es dann ziemlich kalt wird. Davon abgesehen sieht es etwas blöd aus, die ganze Zeit den Mantel zu zuhalten. Das muss ich beim nächsten Mantelkauf unbedingt beachten, also die Länge der Knopfleiste – Gürtel sind zwar schick, tragen aber hier zur Problemlösung auch nichts bei.

Jedenfalls – um jetzt geschickt den Bogen zu schlagen, hatte ich echt mal Appetit auf ein Glas Glühwein, so kalt wurde mir. Am liebsten den Winzerglühwein, den es in einer Heimatstadt immer auf dem (bis 24.12.) Weihnachtsmarkt und danach (ab 25.12. bis irgendwann im neuen Jahr) Wintermarkt gibt.

Naja, zu Hause hatte ich keinen, ein Tee hats dann auch gebracht.

Acolon

Am letzten Wochenende war ich ja in Hohentengen. In der Nähe gibt es einige Baumärkte mit einer, zu meinem Leidwesen, grossen Grillabteilung und – welch Zufall – noch ein Grillcenter. Da der Mitreisende im Moment unbedingt einen Gasgrill will, musste ich von Grill zu Grill – sagen wir ruhig, wie es ist – latschen und mir jeweils die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle anhören. Man glaubt gar nicht, wieviele Grille es gibt – zig Hersteller und jeder nochmal zig Modelle und alle gleich langweilig (also das aus meiner Sicht jetzt, gell). Zwischendurch schrie ich nach Pause und um mich bei Laune zu halten lud mich der Mitreisende in eine Art Bar ein, da gab es Bier, Cocktails und – immerhin – 2 offene Rotweine. Der eine wurde unter „Mangel Acolon“ geführt und da ich den nicht kannte, habe ich ein Glas bestellt.
Die Farbe war sehr dunkelviolett, die Nase etwas schwach – vielleicht ganz wenig Holz, nichts besonderes. Dann nahm ich den ersten Schluck und war total überrascht. Ich hatte das Gefühl, Kirschsaft zu trinken. Hinten etwas Säure, wenig Gerbstoffe, kaum Tannin. Einfach nur Kirschsaft. Für Nachmittag war das sehr lecker und nett.
Ich hab mich jetzt mal informiert – Acolon ist eine Neuzüchtung, die erst seit 2002 in Deutschland die Sortenzulassung hat, und ist eine Kreuzung aus Lemberger und Dornfelder.
Bei meine Recherchen im Internet stellt ich fest, dass Mangel wohl der Name des Weingutes ist, wo das von mir getrunkene Glas herkommt, und die meisten Leute den Wein nicht mögen. Also ich fand ihn lecker, so zwischendurch. Wenn ich ihn mal irgendwo wieder sehe, trinke ich noch ein Glas!

Weingut Engelhof, Hochrhein

Am Wochenende war ich in Hohentengen am Hochrhein. Dort befindet sich, nur wenige Kilometer vom Rheinfall von Schaffhausen das südlichste Weingut Deutschlands.
Es verfügt über 2 Einzellagen: Hohentengener Oelberg und Erzinger Kapellenberg. Die Weinberge der einen Lage liegen direkt an der Hauptstrasse L161 von Hohentengen am Hochrhein Richtung Küssarberg an einem Südhang und blicken auf den Rhein und über ihn hinweg in die Schweiz. Mitten in den ca 20 ha liegt das Weingut, was für einen kurzen Arbeitsweg der Mitarbeiter und einen kurzen Transportweg der Trauben spricht – freuen sich sicher beide darüber.

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Die Weine werden nicht chemisch entsäuert, sondern über malolaktische Gärung (2. Gärung, die säureabbau zur Folge hat, Abbau der Apfelsäure durch Milchsäurebaketerien zu einer schwächeren Form der Milchsäure ), sprich – biologischer Säureabbau.

Ich habe einige Weine verkostet, allerdings nicht direkt beim Winzer, sondern in Restaurants bzw. mit Käufen aus dem Supermarkt – beide sind gut bestückt, was die Weine vom Weingut Engelhof angeht.
Getrunken habe ich Gutedel, Müller Thurgau / Rivaner, Grauburgunder, Weissherbst und Spätburgunder.
Insgesamt sind mir die Weine zu feinfruchtig, mit Betonung auf fein (also zu wenig), und zu trocken und säurebetont. Auch fehlte mir ein bisschen die Spritzigkeit, die ich z.b. sonst am Grauburgunder schätze. Sehr ausgewogen war allerdings der Spätburgunder.
Am besten hat mir der Weissherbst gefallen (interessante Farbe, spezieller Geschmack), der Mitreisende schwört auf den Spätburgunder.

Kosten erhöhen

Heute habe ich einen Bericht gelesen über jemanden, der sich das Popeln – oder vornehmer – Nasenbohren abgewöhnen will und dazu zu einem Therapeuten gegangen ist (nachzulesen auf sueddeutsche.de)

Der gab ihm dazu einige Tipps – u.a. Kosten erhöhen.

Erst dachte ich, er soll für jedesmal wo sich der Finger verirrt 5 Euro sparen, so ala „Heiteres Beruferaten“ und „Finger rein, 5 Eu ins Schwein“, aber es war gemeint, dass er den Aufwand erhöhen soll. Also jedesmal, wenn er popeln möchte, soll er aufstehen, ins Bad gehen, Taschentuch nehmen, popeln, Händewaschen.

Also dass, was ich auch mache, wenn ich mal wieder weniger rauchen oder Wein trinken möchte. Dann lass ich die Flasche im Weinschrank und muss für jedes neue Glas aufstehen bzw. lass die Zigaretten im Mantel im Flur und muss dann eben für jede neue Fluppe aufstehen und in den dunklen kalten Flur raus. Ich habe das aber Aufwand erhöhen genannt, nicht Kosten. Denn wenn ich die Kosten hätte erhöhen wollte, würde ich vielleicht doch mal den etwas teueren Bordeaux oder Chablis oder hochwertigeren Roten aus dem Burgund kaufen und nicht nur die 2., eigentlich sogar 3. Liga verkosten (die, bitte nicht falsch verstehen, immer noch ziemlich gut ist, ich rede hier nach wie vor nicht von Supermarktweinen, wobei – das ist jetzt wirklich ein ganz anderes Thema und gar nicht so trivial und mit 2 Sätzen abgehandelt).

Während ich also überlege, ob Aufwand und Kosten wirklich das Gleiche sind und ob man immer diese Managersprache gebrauchen muss, giess ich mir erstmal noch ein Glas Wein ein. Aus der Flasche, die neben mir und nicht im Weinschrank steht – einfach aus Kostengründen, weil Sparen muss ja auch sein. Aber das ist auch schon wieder ein anderes Thema.

Noch eine Tasche Wein?

Letzte Woche war ich in Norwegen, genauer Oslo, um einen sehr betagten (91), aber sehr rüstigen und weintrinkfreudigen Verwandten zu besuchen. Nun sind die Weinpreise in den skandinavischen Ländern ja unverschämt hoch, aber um einem Herzinfarkt vorzubeugen (da sollen ja 1 – 2 Glas Rotwein täglich helfen) ist einem nichts zu teuer. Und nichts zu weit – in Schweden sind die Preis etwas günstiger und auch der Kurs besser. Also machten wir uns auf den Weg nach Schweden (ca. 1 h Autofahrt) und in das dortige Wein / Alkoholgeschäft.

Und was erblickten meine überaus entzückten Augen: Ein Tetrapäckchen (2,5l) Wein, aufgemacht als Handtasche. Eine Weinhandtasche! WEINHANDTASCHE!!
Recht geschmackvoll (ok, Leoprint ist nicht jedermanns Sache), gut am Tage, aber auch abends zu tragen

TascheWein

Über den Inhalt kann ich nichts sagen, habe mich stattdessen für Cabernet Sauvignon / Carménère und Vinho Verde entschieden, die kamen dann aber ganz klassisch als Flasche bzw. „normaler“ Tetrapack daher.

:)

Rasen gemäht, das Zeug wächst wie Unkraut. Kleinkind (8 Wochen) zu Besuch – kräht die ganze Zeit rum und will geschaukelt oder hin und her gefahren werden. Super Idee gehabt: Rasenmähroboter mit Buggy oben drauf. Kind rein, einschalten.

3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen – Rasen weg, Kind ruhig und ich hab Zeit für ein Glas Wein.

Ein halber Riegel

Wir haben in der Firma einen Frühstücksraum – also Tische, Stühle, 2 Kaffeeautomaten und – tataaa – einen Snackautomat.
In dem sind zu 60% Getränke – Schorle, nochmal Schorle, Cola Zero, Saft, Wasser mit Kohlensäure, Wasser ohne Kohlensäure, Wasser mit Geschmack, nochmal Schorle – also all die Getränke, von denen der Snackautomatverantwortliche sicher ist, dass wir sie trinken wollen.
Immer (ok fast immer) ist die Cola zero aus. Kann man aber nicht mehr reintun, für Cola sind nur 4 Reihen vorgesehen, weil Wasser und Schorle brauchen auch Platz.

Getraenke

Aber nun zu den anderen 40% – die Rubrik heisst schliesslich essen. Da gibt es: Plätzchen, Waffeln, Schokoriegel, Salzgebäck …

Snacks

Es ist immer schön, dort zu stehen, irgendeine Süssigkeit rauszuholen und mit den „Mitstehenden“ zu diskutieren, was man liebsten mag,
warum gerade das, und ob schon immer oder erst seit kurzem und was auch noch lecker, aber leider nicht im Automaten ist. UND – ob man so einen Riegel oder Tütchen auf einmal essen darf oder sich einteilen muss / sollte. Bei mir scheint es einige wirklich willensstarke Menschen zu geben, die es tatsächlich schaffen, z.b. ein halbes Mars zu essen und den Rest des Riegels in den Schreibtisch zu tun – für morgen. Respekt, also ich könnte das nicht.
Und während ich mit meinem Kinderschokoladenriegel (esse ich total gerne, eigentlich schon immer, gern auch aus dem Kühlschrank, aber dann 1-2 Minuten liegen lassen, gell) runter zu meinem Büro gehe (und ihn vollständig esse, also den Schokoriegel), überlege ich, ob es wohl auch Leute gibt, die es schaffen, nur ein halbes Glas Wein zu trinken, und was sie wohl mit dem Rest machen, vielleicht einfrieren für den nächsten Tag oder so….

Das erste Glas

Das Wetter, das sich im Moment nicht entscheiden kann, ob es Frühling (letzten Mittwoch), Sommer (letztes Wochenende) oder Herbst (gestern und heute) sein möchte, macht es einem – zumindest im Frühling und Herbst (also nicht letztes Wochenende) leicht, sich für was Neues zu entscheiden. Einen Plan zu machen. Total kreativ zu sein. Irgendwas aufregendes, noch nie dagewesenes. Na klar – so wie treufelionen andere – einen Blog. Bloss was für einen Namen – weil der ist total wichtig, Themen werden überbewertet bzw. ergeben sich dann schon (hoffe ich zumindest).

Und weil mein Glas, mit dem ich im Regen (unter einem Dach) und Herbst (also gestern) auf der Terasse sass, leer war, sagte ich zu mir – Noch ein Glas Wein?
Tja – und so war der Name geboren und nun ist der erste Eintrag geschrieben und nun schau ich mal, wies weiter geht – mit dem Wetter, dem Wein, dem Blog.